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Schreibblockade – alles nur eingebildet, oder was?

Lesezeit ca.: 3 Minuten

In der letzten Woche wurde ich gefragt, wie man sich als Autor am besten aus einer Schreibblockade befreien kann.
Die Antwort ist ganz einfach – Schreiben.

Warum diese platte Antwort, die für den einen sicher unsinnig erscheinen mag?
Um das zu erklären, muss ich etwas weiter ausholen, denn die Frage sollte lauten, wie kommt es zu einer Schreibblockade und wie kann man diese verhindern?

Der Schreibprozess ist eine Verbindung aus kreativer Leistung und Nutzung erlernter Regeln (Schreibregeln). Wer schreibt, der kennt sicher das Phänomen des Schreibflusses, in dem man schreiben und schreiben und schreiben kann, ohne dass einem die Ideen ausgehen. Dies ist hauptsächlich eine kreative Leistung unseres Gehirns. Gleichzeitig sind jedoch die regulativen Mechanismen abgeschaltet. Diese bewerten das Geschrieben, bereits vor dem Schreiben, während der Entstehung des Gedankens.
Wer an einer Schreibblockade leidet, kämpft mit diesen scheinbar gegensätzlichen Hirnleistungen.

Als Tipp hilft ganz besonders die Aufteilung des Schreibens in einen kreativen ersten Schritt und einen überarbeitenden zweiten Schritt.

Im ersten Schritt rate ich dem Autor einfach zu schreiben, was ihm in den Sinn kommt. Dabei ist die Rechtschreibung vollkommen egal, ebenso sollte der Autor nicht nach den idealen Wörtern suchen, sondern so schreiben, wie es ihm in den Sinn kommt. Überarbeitet wird dann im nächsten Schritt.
Auch die Recherche sollte nicht in der kreativen Phase erfolgen. Das bringt einen komplett aus dem Schreibfluss.

Hier meine Tipps zur Vermeidung einer Schreibblockade:

1. Schreiben Sie alle Texte in zwei Schritten: erst die kreative Phase, danach die überarbeitende Phase.
2. In der kreativen Phase alles aufschreiben, so wie es einem in den Sinn kommt.
3. In der kreativen Phase sind Wortwahl, Rechtschreibregeln, inhaltliche Richtigkeit, Daten und Fakten vollkommen egal!
4. Recherche, Umschreiben und Überarbeiten kommen erst nachdem die kreative Phase beendet ist.

Was macht man nun, wenn man durch eine Schreibblockade behindert ist?

1. Tägliche Schreibübungen, die mit dem Text an dem Sie hängengeblieben sind absolut nichts zu tun haben.

2. Stellen Sie Fragen an den bereits geschriebenen Text, ohne diesen nocheinmal zu lesen. Schreiben Sie diese Fragen auf und versuchen nun, diese Fragen zu beantworten. Schon sind Sie wieder mitten im Thema und oft ergibt sich so ein neuer Schreibfluss.

3. Experimentieren Sie mit Ihren Figuren: lassen Sie die Figuren über die aktuelle Situation diskutieren, in der Sie sich als Autor die Zähne ausbeißen. Diese Übung ist eine Art der Kommunikation zwischen Ihnen und Ihren Figuren. Was würde Ihr Held zu Ihnen sagen, wenn er nicht mehr weiter kommt? Ist er sauer? Verzweifelt? Ergibt sich daraus eine Lösung?

4. Sehen Sie sich in Ihrer Umgebung um. Welcher Gegenstand fällt Ihnen dabei als erstes ins Auge. Werten Sie nicht. Das kann eine leere Kaffeetasse sein, mit einem langstieligen Löffel. Sie mögen diesen Löffel nicht, wollten ihn schon längst entsorgen. Warum haben Sie das noch nicht getan? Lassen Sie Ihren Held diese Kaffeetasse in die Hand nehmen. Bringen Sie mit ihm die Tasse in die Küche, entsorgen Sie den Löffel, denn diesen Strohhalmlöffel kann man gar nicht richtig reinigen. In der Mülltüte findet Ihr Held plötzlich etwas. Und das erinnnert ihn an eine wichtige Information, die ihm helfen wird.

Das sind ein paar Anregungen, die Ihnen ganz sicher helfen werden, erst gar keine Schreibblockade zu entwickeln oder aus einer solchen herauszufinden.

Viel Spaß beim Schreiben

Ihre
Kathrin Hamann

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